Kurische Nehrung, Memel, Klaipeda, Vilnius, Litauen, Informationen, Land und Leute
Die Kurische Nehrung (Nationalpark)

"Die Riesin füllte ihre Schürze mit feinem Sand
und eilte durch das Wasser davon. Doch das Band der Schürze riß und der Sand glitt unter ihren langen Schritten in das Meer und formte die Kurische Nehrung." So erklärt eine Sage die Herkunft dieser wunderbaren Landzunge, die von Wasser umgeben, durchschnittlich nur 1-4 km breit, aber fast 100 km lang ist und dabei " ... so merkwürdig, daß man die Kurische Nehrung ebenso wie Spanien oder Italien gesehen haben muß, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll." (W.v. Humboldt)

Nidden aus der Vogelperspektive

Strand bei Nidden

Bis ins 19. Jahrhundert haben die Dünen
mehrere Siedlungen auf der Kurischen Nehrung unter sich begraben. Das "Tal des Schweigens", Geschichten und Gedichte erinnern daran. Durch Bepflanzung und Aufforstung sind viele Wanderdünen der Kurischen Nehrung zum Stillstand gekommen. Der Strand der Kurischen Nehrung genügt hohen Ansprüchen und findet in Europa nicht seinesgleichen: feiner Sandstrand von angenehmer Breite und schier endloser Länge, ohne Belastung von Gezeiten, das endlose Meer mit geringem Salzgehalt. Jeder liegt in der ersten Reihe und hat viel, viel Platz zum Sonnen und Baden. Alle Orte der Kurischen Nehrung liegen an der Haffseite. Zum Strand geht man durch den lichten Wald zu Fuß durchschnittlich 30 Minuten.

Kurenwimpel in Nidden

Weg zur Ostsee

Hinter dem Dünenwall
liegt der abwechslungsreiche Wald mit Lichtungen, Hügeln und sandigen Wegen, wunderbaren Kiefern, Birken, riesigen Eichen und eindrucksvollen Gruppen von Wachholdersäulen. Die Kultur auf der Kurischen Nehrung ist jahrhundertelang von den seit altersher am Küstensaum siedelnden Kuren geprägt worden. In dem bis heute beliebten Kurenwimpel haben uns die dort wohnenden Fischer eine schöne Erinnerung an ihr Leben hinterlassen.

Die Landesgrenze südlich von Nidden
kann in Richtung Königsberg/ Kaliningrad nur mit russischem Visum (nicht an der Grenze erhältlich!) passiert werden. mit Wartezeiten ist zu rechnen. Im litauischen Teil der Kurischen Nehrung verbinden Busse und Kleinbusse in dichter Folge Nidden mit Schwarzort und der Fähre nach Memel.

 
Nidden / Nida

(Kurischen Nehrung) wurde gegen Ende des letzten Jahrhunderts zuerst von Malern wie Lovis Corinth, Bischoff-Kulm entdeckt; später folgten mit vielen anderen Max Pechstein, Schmidt-Rottluff, Wilhelm Eisenblätter, Ernst Mollenhauer. Durch ihre Bilder wurde das Fischerdorf auf der Kurischen Nehrung bekannt. Naturfreunde und Segelflieger (ein Denkmal findet sich im lichten Wald südlich des Ortes) zog es dorthin und zunehmend natürlich auch Feriengäste.

Nidden Blick auf die große Düne

Strand bei Nidden

 

Bis zur Flucht der Bevölkerung 1944/45
wurde in Nidden neben Deutsch auch noch Kurisch, ein lettischer Dialekt, gesprochen. Den alten Friedhof von Nidden (gemalt schon von Lovis Corinth, zu finden in der neuen Pinakothek in München) zieren die eigentümlichen Totenbretter vergangener Generationen.

Die großen Dünengebiete der Kurischen Nehrung,
die sich südlich an Nidden anschließen, schenken dem Kurort ein besonderes Klima, denn so manche Regenwolke löst sich auf, wenn weiter im Norden oder in Memel etwas Regen fällt. Durch die erfolgreiche Aufforstung kann seit langem kein neuer Sand von der Ostseeküste dazukommen. Es droht dem Siedlungen keine Gefahr mehr; aber die Dünen der Kurischen Nehrung werden langsam niedriger und Kupsten dringen hervor - auch weil der Abhang der Dünen zur Haffseite hin verbotener Weise in jedem Sommer begangen wird.

Thomas Mann Haus, Nidden

Strand bei Nidden

Das einst von Thomas Mann in Nidden erbaute Haus mit dem "Italienblick" ist fast immer zu besichtigen. Jedes Jahr im Juli findet das Thomas-Mann-Festival statt.

Den Eindruck des "Elementarischen",
wie ihn Thomas Mann erlebte, erhält man jedoch unvermindert in der kühleren Jahreszeit. Außer diesen, der Sahara ähnlichen Dünen und dem prächtigen Strand der Kurischen Nehrung gibt es im und um den Ort vieles zu entdecken.

In jedem Sommer
kommen neue kleine Gartenlokale hinzu Musikkapellen geben zuweilen abendliche Konzerte am Haff. Flanierende Sommergäste, Straßencafes und viele Händler mit Bernsteinschmuck, Textilien und geschnitzten Souvenirs halten den Ort auf der Kurischen Nehrung sehr lebendig.

 
Schwarzort / Juodkrante

...war die bekannte Sommerfrische
im ältesten Waldgebiet der Kurischen Nehrung. Der alte Baumbestand, vom Haff wie von der See aus leicht erkennbar, hat diesem Ort seinen Namen gegeben. An heißen Sommertagen ist es hier angenehm kühl. Die erstaunlich steilen, herrlich bewaldeten Hänge versetzen den Waldgänger in ein Sieben-Zwerge-Reich, worin man sich fast verirren könnte.

Der langgezogene, ruhige Kurort hat einige Restaurants, zwei Bushaltestellen, Souvenirshops und einen besonders gut sortierten kleinen Laden mit Landkarten, Büchern etc. Busse in dichter Folge verbinden Schwarzort mit Nidden und Memel.

Schwarzort, Promenade am Haff

Schwarzort, Kirche

Noch vor wenigen Jahren
wanderten die Sommerfrischler abends oft dem dicht mit Schilf bestandenen Haffufer entlang, das durch Winterstürme und den Eisgang abzusinken drohte. Die Zeiten ändern sich: Anlegestellen sind entstanden und die neue Befestigung des Haffufers beschert eine große Grünfläche mit zahlreichen bildhauerischen Kunstwerken und weitem Blick auf das gegenüberliegende Festland. Heute wird Schwarzort wegen seiner relativ kurzen Wege zum Strand und in den schönen Wald von all denen geschätzt, die die Stille der Landschaft suchen und besonders selbständig urlauben wollen.

Auf dem "Hexenberg"
am südlichen Ortsrand von Schwarzort stoßen Sie beim Spaziergang auf seltsam anmutende Gestalten, aus hartem Eichenholz geschnitzt. Die Figuren stammen aus der noch immer lebendigen Märchenwelt Litauens. Wenn Sie mit uns reisen, werden Ihnen Frau Sofija oder Aurelijus die Bedeutung einzelner Figuren kurzweilig vermitteln.

Fischerboote bei Schwarzort

Schwarzort, alter Bernsteinhafen

Die Haffküste bei Schwarzort
war früher reich an Bernstein. Der gewerbliche Abbau jedoch wurde an die noch heute ergiebige Samlandküste nach Palmnicken, heute Jantarny, (im russischen Gebiet) verlagert. Der ehemalige Bernsteinhafen, dessen Funde dem Ort eine Blüte bescherten - wie die vielen schönen, noch erhaltenen Häuser zeigen - und vielen Arbeitern der Firma Stantien & Becker von 1880 bis 1910 den Broterwerb sicherte, wird seit langem nur noch von Fischern genutzt.