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Riga ist mit fast 1 Million Einwohnern die größte Stadt des Baltikums und dessen altes kulturelles Zentrum. Bereits um 1200 gab es an der Dünamündung einen bedeutenden Handelsplatz. Bischof Albert von Buxhoeveden, aus bremischem Geschlecht und Mitbegründer des Schwertbrüderordens, beschloß 1201 die Stadtgründung. Als Bischof Albert von Riga fand er sein Grab im Chor des Domes. 1282 trat die Stadt der Hanse bei und wurde durch den Handel mit Litauen und Rußland reich. Aus dem Verband des Ordensstaates schied Riga erst 1582 durch Unterwerfung unter den polnischen König aus, der die Stadt mit Krieg bedroht hatte. Von Gustav Adolph 1621 erobert und 1710 unter das Banner des Zaren gekommen, war Unabhängigkeit ein Traum der Letten bis 1918.

Zahlreiche historische Bauten wie der Dom mit der berühmten Orgel (Walker, 6788 Pfeifen), die "Drei Brüder", die "Große Gilde" und das jüngst wiedererrichtete "Schwarzhäupterhaus" zeugen von den Erfolgen der Handelsmetropole. Daß außerdem das von den Sowjets abgerissene Rathaus wieder steht, zeugt vom mitteleuropäischen Geschichtsbewußtsein der Rigaer Bevölkerung.

Zwischen der Wende vom 19. zum 20.Jh. und dem 1.Weltkrieg erlebte Riga nochmals ein rasantes Wachstum: Prachtvolle Jugendstilbauten mit reich verzierten Fassaden und repräsentativen Treppenhäusern zeugen vom Reichtum der damaligen Bewohner. Viele Gebäude sind bereits restauriert und lassen ahnen, wie andere einmal ausgesehen haben könnten. Einen Einblick in die wechselhafte neuere Geschichte Lettlands erhalten Sie beim Rundgang durch den "Brüderfriedhof", der wie das Freiheitsdenkmal ein Symbol nationaler Unabhängigkeit im
Bewußtsein der Letten ist.

Die Landschaft in Lettland ist auffallend reich an Wäldern, Hügeln, kleineren Flüssen und Seen. Der Naturpark von Gauja mit Felsen, Höhlen, den Burgen Sigulda, Turaida (2. Bild von oben) und dem Städtchen Cesis macht Sie mit Wolter von Plettenberg und anderen historischen Persönlichkeiten bekannt. Ebenfalls aus der Ordenszeit stammen die Burgruinen von Koknese, malerisch am Ufer der Düna /Daugava gelegen, und die zum Teil rekonstruierte, mächtige Bischofsburg Bauska, die erst im Nordischen Krieg zerstört wurde. Nicht weit von Bauska liegt das Schloß des Herzogs E.J.Biron, Ruhenthal/ Rondale, erbaut 1737-76 von Rastrelli, dem Architekten des St. Petersburger Winterpalastes. In Sabile findet sich der nördlichste Weinberg.